Sie befinden sich aktuell in den Arbeitskreis Elektrobiologie Blog-Archiven für den folgenden Tag 9.8.2010.
9.8.2010 von Claus Scheingraber.
Liebe Freunde, Kollegen, Mitglieder und Mitstreiter !
Dr. Spaarmann hat sich zu der Forderung 0,02 V/m als Grenzwert einzuführen
einige Gedanken gemacht und eine Stellungnahme auch aus der Sicht des AEB
verfasst.
Mit herzlichen Grüßen
Claus Scheingraber
Wir im BUND Sachsen und im Arbeitskreis Elektro-Biologie sind der
Meinung, dass eine bessere Alternative zu den von Sarah bevorzugten
Salzburg-Grenzwerten von 0,02 V/m die Forderung ist, die Feldstärke
entsprechend dem technischen Stand so gering wie technisch möglich, nur so
groß wie notwendig zu halten, also das altbekannte ALARA- Vorsorgekonzept.
Das deshalb, weil es erstens ohne weiteres möglich ist, mit weit geringen
Feldstärken auszukommen, es zweitens keine untere Gefährdungsgrenze gibt,
unterhalb derer die Funkstrahlung keine negativen biologischen Folgen haben
kann. Wesentlich ist gar nicht die Feldstärke, sondern sind einerseits die
Verweilzeit, andererseits die in im speziellen Modulationsverfahren
begründeten bioaktiven Frequenzkomponenten und - Muster - die bisher
überhaupt nicht untersucht wurden. Im deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm
wurde beispielsweise dazu kein einziger Handschlag getan, so dass man das
Programm trotz des Millionenaufwandes guten Gewissens als wertlos bezeichnen
kann. Warum die quantitative Grenzwertdiskussion endlos weitergeführt wird,
ist mir schleierhaft.
Zu dem in Sarahs Mail erwähnten und zweifellos als Zwischenschritt
möglichen und wichtigen alternativen israelischen Konzept des Green
Cellular Network für die kommerzielle Massenkommunikation über Funkverfahren
http://www.greenairwireless.com/downloads/Green_Cellular_for_Globecom_2009.pdf
Das Problem des Wie einer Emissions- und Immissionsminimierung des
Kommunikations-Funks durch ein verändertes Versorgungskonzept wurde von uns
ausführlich bereits 2002 bei Elektrosmognews unter dem Titel “schlampiger
Umgang mit Mobilfunkstrahlung” und 2003 bei HESE unter dem Titel “SMTS”
diskutiert.
Die deutschen Mobilfunk-Betreiber haben sich damals fürchterlich
aufgeregt, wie man so einen Blödsinn vorschlagen könne, da doch der Staat
bescheinige, dass alles ungefährlich ist und die Bevölkerung das auch
glaubt. Wir sollten in 10 Jahren wieder vorbeikommen. Die sind fast vorbei,
die Prophezeiung stimmt. Dieser ungedeckte Blankoscheck auf Grundlage der
von den Regierungen vorsätzlich tabuisierten, völlig unwissenschaftlichen
ICNIRP- Fantasie- Grenzwerte gilt auch heute noch, als wüsste man es nicht
längst besser. Wie lange noch will man sich lächerlich machen ? Antwort:
Solange wir es zulassen.
Eine positive internationale Resonanz auf den SMTS-Beitrag bei den
Betroffenen gab es durchaus, aber keine bei den Wissenschaftlern des
Mainstreams. Man kann nur hoffen, dass sie HESE und ähnlich ambitionierte
Institutionen endlich ernster nehmen, denn was hat die offizielle
Mobilfunk-Forschung uns denn gebracht außer kostenaufwendiger
Beschäftigungstheorie und unendlicher Palaverei darüber, ob es sich bei den
Wirkungen schwacher elektromagnetischer Felder auf Lebewesen überhaupt um
ein ernstzunehmendes Thema handele oder das nur ein Problem für den
Psychiater sei. In anderem Zusammenhang nennt man so etwas Impotenz - hier
auf geistigem Gebiet. Geniale Ansätze wie von C. Smith werden einfach
ignoriert.
Die Realität ist heute so: In einschlägigen Entwickler- und
Wissenschaftlerkreisen liest oder diskutiert man Kritiker-Publikationen
nicht oder abfällig (die sind ja sowieso doof, was sich schon daran zeigt,
dass sie umsonst arbeiten und keine Fördergelder kassieren). Wenn dagegen
ein Wissenschaftler in Amt und Würden eine Wahrheit aufdeckt, dann wird er
verfemt und geächtet, Denn die ganz Dummen möchten immer gern die ganz
Gescheiten steinigen, einfach weil sie “anders” sind. Und noch eins kommt
dazu: Das Englische dominiert heute als “Amtssprache” bei Wissenschaftlern,
was ich für übertrieben halte und insofern beklagenswert finde, denn sonst
gelten Vielfalt und Reichtum der Kulturen und Anerkennung von Minderheiten
als etwas Erhaltenswertes. Einheitssprache, Einheitskultur, Einheitswährung,
Globalisierung im Exzess, nein danke. Sprachen lernen tut not, es gibt keine
Leitkultur, an der wir genesen wollen.
Die Industrie und der von ihr abhängige Staat halten sich ebenfalls
nur an bezahlte wissenschaftliche Arbeit, verschenken den Reichtum, der in
kostenlosen geistigen Ressourcen der Gesellschaft steckt. Man geht in
unserem System ganz unverblümt davon aus, dass, was nichts kostet, auch
nichts taugen kann. Schließlich möchte man selber kräftig abkassieren,
möglichst viel bei möglichst wenig Aufwand. Durch diesen vernebelten Blick
werden heute Ehrenamtliche - ich kann das nur für Deutschland beurteilen -
automatisch zu Hilfsarbeitern herabgestuft und ausgegrenzt - zum Schaden der
Gesellschaft, von Gerechtigkeit ganz zu schweigen.
Geld zum Patentierenlassen von Ideen haben ehrenamtlich arbeitende
Kritiker bestehender unökologischer Verfahren oder sonstiger Missstände und
ihre Vereine schon gar nicht, sie werden von der Industrie gemieden, ihre
Ideen haben keine Chance der Realisierung. Zur Not verschwinden sie im
Schreibtisch. Vom ökonomischen Standpunkt aus sollten sich “Weltverbesserer”
ohne Millionen im Hintergrund lieber im Garten in den Liegestuhl legen, weil
die Chancen, auch nur gehört zu werden, erfahrungsgemäß und entgegen
anderslautender Beteuerungen gleich Null sind.
Und die Bürgerinitiativen, sie sollten verstehen, dass, wenn man nur
gegen etwas kämpft, und nicht für etwas, das nur umso verbisseneren
Widerstand der anderen Seite hervorruft. Die Atomlobby kann doch nur deshalb
niedergehalten werden, weil die alternative Energieerzeugung im Kommen ist
und das die Mehrheit begriffen hat. Nach Druck von unten werden diese
Alternativen gefördert, allerdings zu wenig. Ewiggestrige ohne fachlichen
Sachverstand rühren heute auf Kommando ihrer Chefin wieder die Trommel für
den Irrweg Atomspaltung, ein Thema, das längst abgeschlossen schien.
Bei Funkstrahlung greift die Erkenntnis über den richtigen Umgang
mit Technologien noch nicht, es gibt sogar Umweltschützer, die sich um klare
Worte drücken, um nicht anzuecken und aufzufallen, es gibt keine Förderung
und keinen Wettbewerb alternativer Verfahren, die Lobby hat, gewarnt durch
die Erfolge der Antiatombewegung, vorgesorgt und das Märchen verbreitet, die
Kritiker wollten den Leuten die Handys wegnehmen. Das wirkt bei
Uneingeweihten. Scharen von Wissenschaftlern sind sich leider auch nicht zu
schade, Auftragslügen über die Ungefährlichkeit von Funkwellen unterhalb
thermischer Wirkungen zu erarbeiten, so dass sich die Balken biegen. Und
wenn sich Geschäftsleute des Themas annehmen, dann wird, auch das ist eine
Erfahrung, ihnen schnell klar gemacht, wer das Sagen hat. Die Politik schert
sich nicht darum, ob alle Partner im Wettbewerb faire Chancen haben, ob
dieser optimal funktioniert, ob er überhaupt existiert. In Deutschland
sprach man von “sozialer Marktwirtschaft”, sind beide Worte nur noch Hülse ?
Die Abgeordneten der Parlamente, die Volksvertreter, es scheint, sie ruhen
sanft und mit dem guten Gewissen des Unkompetenten.
Es musste einfach mal gesagt werden, dass ehrenamtliche Arbeit, die
egal, ob bei HESE oder Diagnose Funk oder der Kompetenzinitiative oder bei
BEMRI oder in Umweltverbänden, Grundlage aller Aktivitäten ist, endlich
aufgewertet und gefördert werden muss. Denn was die so genannten “Profis” an
Unheil für die Allgemeinheit anrichten und dafür noch mit
Millionenabfindungen belohnt werden, das sieht man an der Bankenkrise und an
den Vorgängen im Golf von Mexiko. Sie sind einfach überfordert.
Man kann nicht länger zulassen, dass das so weitergeht. Wir
verlangen von der Politik mehr Mitwirkungsmöglichkeiten und Kontrollrechte,
weil wir etwas dagegen haben, dass alles auf der Erde “den Bach herunter
geht”, nur weil man es den offiziellen, hoch bezahlten “Experten” überlässt.
Die haben doch, das muss man zu ihrer Entlastung feststellen, von
börsenkursorientierten Chefs in einem erbarmungslosen Mechanismus bei Strafe
des Jobverlustes bis zur Erschöpfung getrieben, gar nicht die Wahl, Vernunft
walten zu lassen, an Andere und an das Ganze zu denken, wie es die Charta
der Menschenrechte verlangt. Die bleibt Papier, die Natur, deren Teil wir
sind, hat keine Lobby. “Macht euch die Erde untertan”, dieses Bibelwort wird
von maßgeblichen “Christen”, das beweist ihr Handeln, gründlich
missverstanden.
Appelle an taube und fachlich inkompetente Politiker bringen ganz
offensichtlich nichts, sind uneffektiv und vergebliche Liebesmüh, solange
nicht eine kritische Menge von, wie man sagt, ca. 10 % der Bevölkerung
dahinter steht und Druck macht, so dass ein Meinungsumschwung im allgemeinen
Bewusstsein erfolgt. Andererseits fruchtet es wenig, technikgeile und
süchtige Freaks überzeugen zu wollen, dass nicht alles technisch Machbare
vertretbar ist und sie kein Maßstab sein können. Rechte von Minderheiten zu
bewahren bedeutet nicht, ein Chaos technischer Anwendungen zuzulassen,
sondern im Zweifel die Schwächeren zu schützen, und immer die Natur.
Das muss auch für den Funk gelten.
Die Zielgruppen, die gesellschaftliche Veränderungen erreichen
wollen und können, müssen von uns gezielter erfasst und angesprochen werden,
im Selbstlauf und bei Anwendung des Gießkannenprinzips bei der Information
regiert im Ergebnis weiter nur die blinde Ökonomie. Finden sich endlich
potente Unternehmer, die nicht nur abwarten, die weitsichtig und
langfristig, statt kurzsichtig und kurzfristig gewinnorientiert handeln
können, sprich, die alternative Kommunikationstechniken endlich auf den
Markt bringen. Der Markt hungert aus Gründen der technischen
Leistungsfähigkeit und des Umweltschutzes wegen danach, dass einer den
Anfang macht.
Das ist meine Hoffnung für die nahe Zukunft, denn die Technik ist
reif dafür. Es ist schwer, die Öffentlichkeit von Produkten mit
phantastischen Eigenschaften zu überzeugen, wenn es die nicht zu kaufen
gibt, wenn sie nur in den Köpfen oder Schreibtischen existieren. Wir hätten
vielleicht heute noch kein SAT-Fernsehen, wenn nicht jemand der Presse
vorgeführt hätte, dass Herr Postminister Schwarz-Schilling sich “irrte”, als
er behauptete, das ginge technisch gar nicht.
Eine Großstadt mit kostenfreien optischen short- range- Internet -
Hotspots, blendfrei und mit biologisch akzeptablen Modulationsverfahren, mit
dem Licht der öffentlichen Laternen der Kommunen gekoppelt, in der Wohnung
über die Beleuchtung sowieso, so die realistische Fortsetzung des
technischen Traums des Siemens Mitarbeiters Volkrodt, der glaubte, aufatmen
zu können, als die Glasfaser auftauchte. Er dachte, nun würde dem
Elektrosmog durch Funk der Garaus gemacht. Das wäre zwar vernünftig gewesen,
aber bekanntlich ist das Geschäft mit Müll, wie schon Bert Brecht wusste,
sehr einträglich, um es vorsichtig auszudrücken. Die hässliche Fratze der
Gier macht unsere Lebensgrundlagen kaputt.
Sie können das gerne ins Forum zur Diskussion stellen oder als
Beitrag verwenden. Sowohl die nicht enden wollende EMF- Grenzwert-
Diskussion, die “grünen” technologischen Alternativen heutiger Funktechnik,
aber auch die Forderung nach grundsätzlich anderer gesellschaftlicher
Wertung und Förderung anspruchsvoller ehrenamtlicher Arbeit halte ich
persönlich für wichtige Themen, die Denkanstöße brauchen.
Wir wollen niemand eine Meinung aufdrängen, jeder muss anhand von
Informationen selbst urteilen. Wenn da etwas Gescheites herauskommen soll,
ist, da das nicht immer leicht ist, selbständiges Denken unverzichtbar, es
tut auch bestimmt nicht weh. Körperliche und geistige Trägheit einer
weltweit immer schneller wachsenden Masse von Sofa- Konsumenten vor dem
Fernseher haben uns die heutigen Zustände eingebrockt.
Gruß
Stefan Spaarmann
Geschrieben in Petitionen, Elektrosmog HF | Drucken | Keine Kommentare »
9.8.2010 von Claus Scheingraber.
Liebe Freunde, Kollegen, Mitglieder und Mitstreiter !
Wer an der Beobachtung von Meteoriten-Schauern Interesse hat, sollte in der Nacht von 12. Auf 13. August den Himmel beobachten und wer weiß sich vielleicht auch was wünschen …
Mit herzlichen Grüßen
Claus Scheingraber
http://www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-6221/10233_read-26142/
Geschrieben in Aktuelles | Drucken | Keine Kommentare »