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“Blinde Kühe” ist kein Spiel und Bemerkungen zu einem aufschlussreichen Brief aus der Landeshauptstadt Dresden
Dieser Eintrag stammt von Claus Scheingraber Am 12.10.2010 @ 21:00 In Umwelt, Elektrosmog HF | Keine Kommentare
Eine kritische Stellungnahme von Dr. Spaarmann zu Thema Elektrosmog …
Hallo Freunde,
viele nehmen das Problem Elektrosmog – wir Sachsen gehen da derzeit feste voran - erst dann ernst, wenn es sie selbst betrifft. Und weil wir erst bei durchschnittlich 5 % der Bevölkerung sind, sehen wir am liebsten weg und ändern auch unser Wahlverhalten nicht. Wir wählen, wie wir immer gewählt haben., denn der gute Durchschnitts- Sachse vertraut der Obrigkeit. Herr Ministerpräsident Tillich ist der Kanzlerin- Meinung, dass Stuttgart 21 durchgeboxt (geprügelt) werden muss. Das gilt auch für den Funk. In Sachsen regt sich keiner mehr auf über den neuen Mobilfunkcode LTE oder den Behördenfunk TETRA, der zwar die Engländer krank macht, aber doch nicht uns. „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, wer brav ist, dem geschieht auch nichts Böses“.
Nun zu einem seltsamen Falll mit Kühen und Schweinen, über den berichtet wird.
[1] http://www.diagnose-funk.org/erkenntnisse/effekte-bei-kuehen/blinde-kuehe-ist-kein-spiel.php
„Kaum zu glauben“. Dazu kann man als treuer Staatsbürger nur sagen, erstens betrifft das die Sachsen nicht, hier ist alles anders, möglicherweise auch die Naturgesetze. Oder hat schon mal jemand gehört, dass sich hier einer beschwert ? Fast alle sind fein still geworden, Proteste überlassen wir den Süddeutschen, die haben mehr Temperament. Und zweitens sind natürlich Kühe und Schweine nicht mit Menschen gleichzusetzen. Also wozu aufregen ?
Nun ein Schluss, der sich später aufklären wird. Könnte man die Stellungnahme des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zum Mobilfunk-Zwangsbestrahlungs- Problem (s. Datei) auf den Fall mit den Kühen und Schweinen übertragen, würde folgendes herauskommen: Die betroffenen Kühe und Schweine sind selber mitschuldig, dass sie blind werden oder als Missgeburt zur Welt kommen. Warum sind Viecher denn auch so sensibel ? Deshalb kann man doch nicht die Verursacher der Strahlung zur Rechenschaft ziehen und Verbote erlassen, wenn beide beteiligt sind. Man sollte auch an Vorsorge in der Form denken, dass man die Tiere umziehen lässt.. Pfeif doch auf den Schutz der Gesundheit und des Eigentums, hier geht es um die höher zu bewertende Freiheit für Investoren.
Ihr glaubt es nicht und denkt, ich mache einen dummen Witz ?
Folgende Antwort kam auf eine Beschwerde über die skandalösen Zustände in Bautzen, die vor allem den Bemühungen des Strahlengesundbeters Helmut Zeitz von Vodafon zu danken sind, der für sich in Anspruch nimmt, strahlungsfest zu sein (das sieht man ihm auch an, er strotzt vor Gesundheit)
D.h. auf gut deutsch, für Personen, die die vom Staat gesetzlich als nicht gesundheitsgefährlich festgelegte Dauer-Zwangsbestrahlung mit Mikrowellen nicht vertragen, gilt Artikel 2 des Grundgesetzes gar nicht. Sie stellen eine Art Kaste der Unberührbaren dar (erinnert das nicht an das sog. „unwerte Leben“ ?), und wir können nicht verlangen, dass man auf sie Rücksicht nimmt. Das äußerte übrigens auch Herr Steffen Branse, Pressesprecher von Eplus, vor dem Herr Czupalla in die Knie ging und sein Wort gegenüber der Gemeindevertretung Schönwölkau bei Eilenburg brach, als der auch nur mit Gericht drohte. Stillgestanden und rührt euch, Herr Landrat,.
Nun könnte einer denken, das ist doch aber eine eindeutige Diskriminierung der Elektrosensiblen. Weit gefehlt, eine Minderheit ist nur eine Minderheit im Sinne des Gesetzes, wenn sie behördlich anerkannt ist. Deutschland ist schließlich keine Demokratie, wo jeder machen kann, was er will, sondern eine ordentliche Bürokratie, wo man streng auf den Buchstaben achtet. In Schweden ist EHS (Elektrohypersensibilität) als Behinderung anerkannt, aber doch nicht im aufgeklärten Deutschland, wo eine gelernte Naturwissenschaftlerin an der Spitze der Regierung steht, die – welch ein Zufall – das betreffende Gesetz mit den Grenzwerten 1996 unverrückbar für die Ewigkeit auf den Weg gebracht hat. Wir stellen fest: Das Antidiskriminierungsgesetz wird nicht verletzt. Die Logik, die ehemalige DDR – Bürger so gut kennen, da ist sie wieder: Wir schließen messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Und der brave Bürger – fügt sich (noch).“Moderne Technik fordert eben am Anfang Opfer“, habe ich noch einen gutmeinenden Herrn aus Delitzsch im Ohr, oder gibt es da Widerspruch von den hinteren Rängen ? Denkt dran, wir können auch anders, wenn ihr Unruhe stiftet.
Denn was macht man mit Bürgern, die partout keine Ruhe geben wollen, rumjammern oder gar vor Gericht ziehen wollen ? Richtig, man steckt sie zur Ruhigstellung in die Klapsmühle. Wenn also die Anzahl der Strahlenopfer auf die prognostizierten 20 % steigt, werden wir auch in Sachsen an den Bau weiterer Irrenanstalten denken müssen, die Krankenhäuser schaffen das nicht. Das kostet Geld, das wir Verbraucher gerne über die Versicherungsbeiträge bezahlen werden, die steigen doch so und so. Wer nicht privat versichert ist, ist selber schuld.
Ziel muss der strahlungsfeste europäische Verbraucher SFEV sein, darauf müssen wir die Europäische Kommission hinweisen. Ist das überaus weitsichtige Verbot der Glühbirne und die Einführung der smogspendenden Energiesparlampe etwa ein Schritt in diese Richtung ?, Kühe und Schweine entsorgen wir selbstverständlich anders. Eines Tages wird im Ergebnis der Auslese, die wir als natürlich erklären, die mobilfunkfeste Kuh und das mobilfunkfeste Schwein übrig bleiben - und patentiert werden. Monsanto sollte sich endlich um gentechnisch strahlungsfest gemachte Tiere kümmern, vielleicht können wir daraus für die Menschen etwas lernen ?
Grenzenloses Wirtschaftswachstum ist nicht möglich, aber für die menschliche Dummheit und Frechheit gibt es offenbar keine Grenzen. Woher ich meinen Optimismus nehme, weiß ich nicht, aber ich denke, eines Tages wird eine Mehrheit sagen, keinen Schritt weiter, uns reicht es, strahlenfeste Menschen und Tiere sind pervers.
Stuttgart 21 kommt mir wie ein Wetterleuchten der Bürgerproteste vor, und ich hoffe auf den ersten erlösenden Blitzstrahl zur nächsten Wahl in Baden- Württhemberg. Der sollte die Luft etwas reinigen und zeigen, wohin Arroganz der Macht führt. Wenn die Zeit der Frau Merkel abgelaufen ist, werden wir sehen, ob Herr Gabriel inzwischen etwas gelernt hat, oder ob er weiter den Unsinn über Elektrosmog erzählt, den er als Umweltminister von sich gegebnen hat.
Worum geht es im Grunde ? Bevor nicht das Ende des von Konzernen gesteuerten Lobbyismus eingeläutet ist, kommt keine wirkliche Wende in Umweltfragen, das bedeutet Untergang. Politiker, die das nicht einsehen wollen, sollten wir mit Schimpf und Schande von der Bühne jagen. Weichgespülte Umweltschützer schaffen das allerdings nicht. Zu dieser Meinung stehe ich.
Stefan Spaarmann
Verantwortlich für Probleme mit Elektrosmog und Strahlenschutz im Landesvorstand Sachsen des BUND.
Ich bitte Sie, machen Sie mit bei uns.
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